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Die Aufgaben des Geldes

Artikel vom 30.03.2017, 20:50 Uhr.

Zweiter Stammtisch am 14. März 2017

Die Funktionen und Aufgaben des Geldes


An Hand der Funktionen des Geldes (Tauschmittel, Wertmaßstab, Wertaufbewahrungsmittel und Spekulationsinstrument) wurde die historische Entwicklung von der Münze/Brakteaten bis zum heutigen Bar- und Giralgeld aufgezeigt.
Die Kosten der Herstellung durch das Besorgen von Metall und das Prägen war teuer und umständlich. Dadurch ging die Entwicklung immer mehr hin zum Papier: zuerst der Wechsel, dann Papiergeld bis heute hin zum reinen (elektronischen) Buchgeld.

So tauchten dann die Fragen auf: „Wer gibt das Geld heraus?", „Wie kommt es in Umlauf?", „Wer verdient daran?" und „Wer wird dadurch belastet?"
Diese Fragen wurden im Laufe der Diskussion wie folgt beantwortet:

Während die ursprüngliche Geldschöpfung bei den Landesherren lag, vollzog sich im Laufe der Geschichte immer mehr eine Hinwendung der Geldschöpfung zu den privaten Banken.
Früher wurde das Geld des Landesherren durch die Finanzierung seiner Kriege und Bauten in Umlauf gebracht. Heute wird es durch eine Buchung (aus dem Nichts) als Kredit auf des Konto des Schuldners geschöpft und in Umlauf gebracht.
Durch die Zinsen des Kredites verdiente schon immer der Gläubiger – nur mittlerweile haben die Zinszahlungen der Gläubiger bzw. die Zahlungen für Kapitalgeber eine Größenordnung von etwa einem Drittel der volkswirtschaftlichen Leistung in Deutschland erreicht.
Dadurch dass die Kredite zuerst bedient werden müssen, sind wir weit davon entfernt,

  • “gerechte Löhne” zu zahlen, die zu Mehrarbeit, unterbezahlte Zeitarbeit und “Burnout” führen,
  • die Umwelt durch ein Ressourcenschonendes Wirtschaften zu schützen
  • die Waren einen hohen Qualitätsstandard zu geben, da sie ja schnell wieder erneuert werden sollen.
Es folgte die Frage nach dem “Sinn” und “Ziel” des Wirtschaftens: Ursprünglich hatte es zum Ziel, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen; es dient der Erfüllung, Sinngebung, Förderung und Entwicklung der Kreativität, soziale Anerkennung, Selbstbestimmung, so wie es in der Maslowschen Bedürfnispyramide aufgelistet sind.
Die bay. Verfassung äußert sich in §151 wie folgt: Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesondere der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten.

Heute nimmt die Spekulation die vorrangige Funktion ein; nur etwa 1% des Geldhandels wird noch in der realen Wirtschaft erzielt. Ein Berufsschullehrer berichtete, dass einige seiner Kollegen ehemalige Banker waren, die sich diesem "Geldsystem" und dem "Streben" der Banken abwandten!
 
Somit ließ sich am Ende des Abends folgendes Fazit ziehen: Sämtliches Wirtschaften ist immer mehr zum Zweck der Mehrung des Geldes (und der Macht) geworden ist, das Gemeinwohl und die Werte einer Gemeinschaft werden immer stärker zu Gunsten von privaten Interessen zurückgefahren. Als eine treibende Ursache wurde die Art der Geldes – Schuldgeld – so wie wir es heute verwenden, gesehen. Ob das schon immer so war, wie in den verschiedenen Kulturen dieser Welt mit “Schuld” umgegangen wurde, das wird im nächsten Stammtisch am Dienstag, den 16. Mai ab 19:30 Uhr diskutiert. Als Impulsreferat dient das Buch von David Graeber “Schulden – die ersten 5000 Jahre”.




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